First Light für mein GSO 1080 Gilgalad

von Gerrit Oppermann

Am 19.7.2004 klarte es im laufe des Tages, nach wochenlangem schlechten Wetters immer mehr auf. Gegen Abend zierten immer noch einige dünne Cirruswolken den Himmel. Dennoch entschloss ich mich gegen 22:30 meinen neuen 12 - Dobson in mein Auto zu verladen und auf eine Wiese zu fahren. Bei dieser gelegen konnte ich dann gleich mal ausprobieren wie der 12 - Zoller am besten im Auto zu verstauen ist. Da ich einen Golf Variant fahre, stellte dies kein größeres Problem dar. Auf der Wiese vor Clausthal angekommen, wurde das Teleskop aufgestellt. Den Dobson aufzubauen ging um einiges schneller als mein Tal 2M. Kaum ist der Aufbau beendet und in dem noch leicht diesigen, noch nicht vollständig dunklen Himmel M57 nach kurzem Suchen gefunden, hörte ich hinter mir eine laute Detonation. Schnell drehe ich mich um. Feuerwerk!! Achja, heute geht ja das Schützenfest zu Ende. Na toll, ich will in die Sterne gucken und die Eingeborenen brennen ein Feuerwerk ab. Nach 10 Minuten war der Zauber vorbei und ich konnte mich wieder den weiter entfernten Erscheinungen am Himmel zuwenden. Also noch mal M57. Der Ringnebel war aufgrund der starken Schleierwolken kaum zu erkennen. Mit UHC ging es schon ein wenig besser, aber immer noch recht blass. Auf einmal eine Stimme hinter mir. Es war ein Kollege, dem ich gesagt hatte wo ich abends beobachten möchte. Also lasse ich ihn auch einen Blick auf den Ringnebel werfen. Ich schwenke das Telekop nun zu M13. Langsam klarte es auf. Der Anblick war übewältigend. Der Kugelsternhaufen bei 250 x bis ins Zentrum aufgelöst. Richtung Süden zum Schild und M11, dem Wildenten-Haufen, eines meiner Lieblingsobjekte. Hunderte von wunderbaren, kleinen Sternchen. Schwenk um 180° h und Chi Persei. Immer wieder schön! Im Gegensatz zu dem 6 Zoll - TAL passen dank 2 Zoll Okular beide Teile des Doppelhaufens in ein Gesichtsfeld. Der Hantelnebel stand als nächstes auf dem Programm. Bei mittlerer Vergrößerung wirkte er wie ein heller Klecks in einem dunkelgrauen Sternenmeer. Mit dem UHC veränderte sich die Erscheinung noch mal deutlich. Die Ohren kamen deutlich besser raus. Irgendwie erschien er deutlich strukturierter. Nun war es auch richtig Dunkel. Cirrus-Nebel! Das Teleskop in Richtung Schwan, UHC-Filter rein. Und da war er. Unglaublich das mir dieser riesige hell leuchtende, fein strukturierte Bogen mit meinem 6 Zoller soviel Probleme bereitet hatte. Zur Probe nahm ich den UHC-Filter raus. Der Cirrus-Nebel, der eben noch einfach zu erkennen war, verschwand fast völlig im Himmelhintergrund. Es folgte ein Schwenkt Richtung Bootes, wo gerade der Komet C/2003 K4 zu sehen war. Er war schnell ausgemacht und bei einer Helligkeit von etwa 7 mag auch ein leichtes Ziel. Die Koma war kometentypisch in der Mitte sehr hell und wurde nach außen hin recht diffus. Ein Schweif war leider nicht zu erkennen. Als nächstes stand M92 auf dem Programm. Wie M13 stellt er keine Herausforderung für einen 12 - Zoller da, also rüber zu M56. Nach M13 und M92 ein sehr unscheinbarer Kugelsternhaufen. Die Zeit war nun schon fortgeschritten, gegen 1:00 entschloss ich mich als letztes Objekt M31 anzusehen. Der Anblick überzeugte nicht wirklich. Das hab ich in meinem 16x70 Feldstecher schon besser gesehen, aber die Galaxie steht ja noch tief. Obwohl die Andromeda-Galaxie das letzte Objekt der Nacht sein sollte, konnte ich es nicht lassen noch einmal einem Blick auf den bis ins Zentrum aufgelösten Kugelsternhaufen M13 zu werfen. Anschließend wurden alle Teile sorgsam verpackt, das Teleskop in Auto geladen und ab ging es ins Bett.