Meteorid, Meteor und Meteorit
Als Meteorid bezeichnet man ein Objekt, welches eine Leuchterscheinung in der Atmosphäre hervorruft. Als Meteor bezeichnet man diese Leuchterscheinung selbst. Schlußendlich bezeichnet man mit Meteorit denjenigen Stein, der unten auf der Erde ankommt (so überhaupt einer dort ankommt, da die meisten Meteoriden komplett als Meteor verglühen).
Meteore/Meteorschauer
Meteorschauer oder "Sternschnuppenhagel" wie sie im Volksmund auch genannt werden, werden durch nichts anderes verursacht als durch kleine Körper (Meteoroide) mit Durchmessern zwischen wenigen mm bis zu einigen cm, die aus dem Weltraum in die Erdatmosphäre eindringen und dabei die charakteristischen Leuchtspuren hinterlassen. Die meisten Leute denken, diese seien eine Folge von Reibung, was aber falsch ist - in der Tat ist die Reibung gar nicht so stark. Was wirklich passiert ist Folgendes: Wenn ein Meteoroid mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 km/s in die Atmosphäre eintritt, komprimiert er die Luft vor sich, wodurch sich diese aufheizt - und zwar so stark, dass der Meteoroid vorne zu schmelzen beginnt. Dadurch werden verschiedene chemische Verbindungen frei, die durch die Hitze Licht emittieren. Diese Leuchterscheinung wird dann Meteor genannt. All dies spielt sich in vielen km Höhe ab. Sobald die Geschwindigkeit des Meteoroiden unter die Schallgeschwindigkeit fällt, wird die Luft kaum noch komprimiert und der Meteoroid, der nun keine Leuchterscheinungen mehr verursacht, wird durch normale Reibung weiter abgebremst. Einige Meteoroiden verglühen vorher, einige erreichen aber tatsächlich den Erdboden. Auf den Erdboden aufgeschlagene Meteoroiden werden dann, um die Verwirrung weiter zu steigern, Meteoriten genannt. Sehr helle Meteore (heller als -4 mag) werden Boliden (Feuerkugeln) genannt. Ein weitverbreiteter Irrtum über das Einschlagen von kleineren Meteoriten ist, dass sie sehr heiß sind, wenn sie den Boden erreichen und ihre Umgebung in Flammen setzen. In der Tat sind die kleinen Meteoriten, die auf die Erde treffen viel mehr eisig kalt und mit Frost bedeckt! Denn die Hitze, die die äußeren Schichten des Meteoroiden verglühen lässt, erreicht das tiefe Innere nicht und außerdem fällt der Meteoroid auch durch sehr kalte Luft und in den wenigen Minuten, die der Meteoroid braucht, um auf die Erde zu kommen, kühlt er gut aus. Anderes ist es bei wesentlich größeren Meteoroiten (einige hundert Meter). Die Atmosphäre setzt diesen kaum Widerstand entgegen und sie treffen mit voller Geschwindigkeit auf den Boden auf, wobei ihre ganze kinetische Energie in sehr viel Hitze umgewandelt wird. Dies passiert aber nur relativ selten.
Die regelmäßig wiederkehrenden Meteorschauer haben wir Kometen zu verdanken, die beim Kreuzen der Erdbahn Partikel hinterlassen, durch die die Erde jedes Jahr hindurchfegt. Sie werden nach dem Sternbild benannt, aus dem sie alle zu kommen scheinen (eine Folge der Relativbewegung zwischen Erde und Schwarm). Der Punkt, aus dem die Meteore zu kommen scheinen, wird Radiant genannt. Beispiele für solche Ströme sind die Perseiden (Swift-Tuttle) und die Leoniden (Tempel-Tuttle). Solche Ströme bescheren uns manchmal einige hundert Meteore pro Stunde! Die sporadischen Meteore, die man jede Nacht sehen kann und aus zufälligen Richtungen kommen, sind schlicht und einfach Staubteilchen und kleine Gesteinsbrocken, die im interplanetaren Raum herumschweben. Absolut falsch ist übrigens die Bezeichnung "Kometenhagel", auch wenn die Strommeteore von Kometen stammen.


