Jahreszeiten
Bei den Jahreszeiten unterscheidet man zwischen den Meteorologischen Jahreszeiten und den Astronomischen Jahreszeiten. Die Meteorologen definieren ihre Jahreszeiten monatsweise, d.h. Winter sind die Monate Dezember, Januar und Februar, Frühjahr erstreckt sich auf März, April und Mai, Sommer auf Juni, Juli und August und zu guter Letzt der Herbst bekommt die Monate September, Oktober und November zugewiesen. Die Astronomen sind da etwas genauer und orientieren sich - wie man es auch nicht anders erwartet - an der Erdbahn. Frühjahrsbeginn und Herbstbeginn sind über den Frühjahrs- bzw. Herbstpunkt der (scheinbaren) Sonnenbahn definiert, d.h. die Tage der Tag- und Nachtgleiche, die durch das Überschreiten des Äquators durch die Sonne (Deklination 0°) gekennzeichnet sind. Der Winter- bzw. Sommerbeginn ist durch die Sonnenwenden am 21. Juni bzw. 21. Dezember gegeben.
Warum sind dann die gefühlten Jahreszeiten meistens später?
Auch wenn bspw. zur Wintersonnenwende das wenigste Licht ankommt, und zu dem Zeitpunkt die Nordhalbkugel am wenigsten Wärme bekommt, davor und auch danach wird es ja nicht schlagartig mehr. Und das Auskühlen einer Hemisphäre zum Winter hin dauert. Auch nach Erreichen der Wintersonnenwende ist die Strahlungsbilanz der Nordhalbkugel noch negativ, d.h. sie verliert Wärmeenergie. Folglich ist der kälteste Zeitpunkt irgendwann später (im Januar oder Februar, weiß ich auch nicht) erreicht. Entsprechend kann man natürlich für die anderen Jahreszeiten argumentieren.
Ist es auf der südlichen Halbkugel generell wärmer? Denn...
... wenn der Abstand zur Sonne am geringsten ist, strahlt die Sonne dort im Sommer mehr Energie ein.
Das macht einen eher untergeordneten Einfluss. Wichtiger ist die Exzentrizität der Erdbahn. Aber die hat eher zur Folge, dass Nordsommer länger sind als Südsommer, da sich die Erde in Sonnenferne langsamer um selbige bewegt. Der Hauptunterschied der beiden Hemisphären ist durch ihre Geographie gegeben: in der Nordhemisphäre hat es ausgedehnte Landmassen während die Südhemisphäre viel mehr Wasser enthält, so dass dort (bis auf Antarktika) die Temperaturschwankungen im Mittel deutlich geringer sind als im Norden. Aber messbar wärmer ist's dadurch m.E. nicht.


