Tobi S.

Mein Name ist Tobias Schmidt, ich bin mittlerweile 23 Jahre alt und komme aus Wuppertal. Ich habe von 2007 bis 2009 in Bonn Physik studiert, bin aber zum Wintersemester 2009 an die Universität Heidelberg gewechselt. Der Physik und Astronomie bin ich aber selbstverständlich treu geblieben.
Mein Interese für die Astronomie hat eine Astronomie-AG an meiner Schule vor ca. 10 Jahren so richtig entfacht. Seit dem beschäftige ich mich ziemlich intensiv mit dem Thema und bin auf diesem Wege 2006 ASL gekommen und seit dem dabeigeblieben. Seit dem 2008er-Camp gehöre ich zum Leiterteam und habe damals mit der Sternspektroskopie-AG angefangen, die zu einem großen Teil auf meiner Facharbeit basierte. 2009 kam dann noch die Raumfahrt-AG hinzu, denn mit Raketen und Raumsonden hat bei mir vor ganz ganz langer Zeit eigentlich alles angefangen. Mittlerweile übernimmt Nils die Sternphysik-AG und ich habe 2010 eine Archäoastronomie-AG auf die Beine gestellt.
Dabei geht es darum, den Lauf der Sonne und der Sterne zu verstehen und beschreiben zu können und das mit möglichst einfachen Mitteln. Denn das Ganze sollte einen Einblick in die absoluten Anfänge der Astronomie geben. Die ältesten Überlieferungen von astronomischen Beobachtungen sind uns aus der Jungsteinzeit bekannt, in der die Menschen sesshaft wurden und anfingen, Ackerbau zu betreiben. Man kann annehmen, dass damit Kenntnisse über den Sonnenlauf und damit über die Jahreszeiten elementar lebenswichtig wurden und dies die Menschen zur Errichtung monumentaler Bauwerke wie Goseck und Stonehenge oder der Schaffung aufwendiger Objekte wie der Himmelsscheibe von Nebra antrieben. Heute ist Zeitmessung und Kalenderwesen kein Problem mehr und alltäglich. Trotzdem beeinflusst uns der Lauf der Gestirne maßgeblich und in der AG gab es die Möglichkeit, sich dies bewusst zu machen, die Bewegung von Gestirnen auch mathematisch beschreiben zu können und einen Einblick in die Vorstellungswelt unserer Urahnen zu gewinnen. Am Ende der AG stand der Bau eines eigenen, an Stonehenge angelehnten Horizontobservatoriums. Da die AG ohne den Bau des Horizontobservatoriums nur halb so interessant ist und man dafür eine große Freifläche mit gutem Horizontblick in möglichst alle Richtungen benötigt, wird die AG 2010 wahrscheinlich einmalig gewesen sein. Die Archäo-AG basierte übrigens auf einem Projekt, an dem ich im Jahr 2004 in Recklinghausen mitgemacht habe.
Im 2011er-Camp werde ich wieder die Raumfahrt-AG übernehmen. Die hat sich in den letzten Jahren recht stark gewandelt und müsste eigentlich mittlerweile eher Bahnmechanik heißen. Natürlich wird es noch um Raketen- und Raumfahrttechnik gehen, aber ich habe gerade 2010 einiges an Material zur Berechnung von Flugbahnen erarbeitet. Es wird also recht viel darum gehen, auf welchen Umlaufbahnen man sich bewegen kann und wie man zu anderen Planeten kommt. Ziel ist es, einen eigenen Flug z.B. zum Mond oder Mars zu planen und zu berechnen.
Seit meinem ersten ASL 2006 bin ich auch begeisterter Modellraketenbauer und bin zusammen mit Andreas auch wieder an unserem Raketenbau-Workshop beteiligt. Dabei reizt es mich immer, etwas mahr zu machen, als die Raketen nur zu bauen und zu fliegen. Falls Zeit und Interesse besteht, könnte man sich auch mal zusammen setzen und einen Raketenflug auswerten, d.h. mal versuchen, Beschleunigungen und Gipfelhöhen zu bestimmen. Sowas hat es immer mal gegeben, aber noch nie als richtigen Workshop ;-)
Vor Kurzem habe ich meine Bachelorarbeit abgeschlossen. Dabei ging es um die Entfernungsbestimmung von Zwerggalaxien in der Lokalen Gruppe. Da das eine ziemlich spannende Sache ist, habe ich da in den letzten Monaten ziemlich viel Zeit reingesteckt und war gut beschäftigt. Außerdem hat eine sehr gute Vorlesungsserie hier an der Uni in den letzten Semestern nicht nur mein Interesse an Astrobiologie geweckt. Die Begeisterung war so groß (es ist nicht ganz zufällig, dass wir dieses Jahr eine Astrobio-AG im ASL haben), dass mittlerweile von der Uni weitere Projekte zu dem Thema angedacht sind.
Ich freue mich jedenfalls auf das nächste Camp!
Tobias




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