Archäoastronomie - ASL 2010
Leiter: Tobi S.
Die meisten Menschen haben schon einmal etwas von Stonehenge gehört oder kennen Bilder davon. Viele Mythen umwehen dieses etwa 3500 Jahre alte Bauwerk im Süden Englands und es erscheint heute rätselhaft, wer und zu welchem Zweck einmal die bis zu sechs Tonnen schweren Steinquader dorthin gebracht und genau platziert aufgestellt hat.
Doch fest steht, Stonehenge hat einen astronomischen Bezug und es ist nicht unwahrscheinlich, dass es sich dabei um ein jungsteinzeitliches Observatorium zur Beobachtung der Bewegung des Sonnenlaufes und anderer Himmelskörpern gehandelt hat. Und auch wenn Stonehenge das bis heute am besten erhaltene Bauwerk seiner Art ist, war es bei weitem nicht das einzige in Europa. Ganz im Gegenteil: Spuren von dudzenden ähnlicher Objekte konnten bis heute gefunden werden, auch wenn diese allesamt aus Holz statt Stein konstruiert worden sind und so heute nur noch sehr schwer nachweisbar sind. So wurden 1991 in Goseck in Sachsen Anhalt durch Luftaufnahmen mit Spezialkameras bemerkenswerte Verfärbungen im Boden entdeckt. Ausgrabungen enthüllten daraufhin Spuren einer ca. 70 Meter großen Kreisgrabenalage, die Stonehenge sehr ähnlich gewesen sein muss, jedoch komplett aus Holzpalisaden bestanden hat und wahrscheinlich schon vor 7000 Jahren errichtet worden ist, was es zum ältesten bekannten Observatorium macht. Die archäologischen Untersuchungen ermöglichten eine vollständige Rekonstruktion der Anlage. So kann heute jeder selbst erfahren, welche astronomischen Beobachtungen man mit Hilfe dieser Anlage hat machen können.
Doch auch ganz andere höchst prominente Objekte erfüllten wahrscheinlich einen ganz ähnlichen Zweck, nämlich die Beobachtung des Sonnenlaufes und des Sternhimmels. Die 1999 gefunden Himmelsscheibe von Nebra zeigt im Prinzip sehr ähnliche Merkmale wie die Kreisgrabenanlagen und könnte salopp als ein „Stonehenge im Taschenformat“ bezeichnet werden.

In dieser AG möchte ich mich mit euch mit diesen Objekten beschäftigen und einen Einblick in die Astronomie in der Jungsteinzeit geben. Dabei soll das Historische und Geschichtliche nicht zu kurz kommen und selbstverständlich möchte ich euch auch den hoch spannenden Krimi um die Entdeckung der Himmelsscheibe von Nebra keinesfalls vorenthalten. Ich möchte euch aber auch zeigen, wie man die Bewegung der Sonne am Firmament verstehen kann und was man aus der Beobachtung von Sonnenauf- und Untergängen lernen kann und wie dies unser Leben beeinflusst. Genau dies wurde nämlich in Goseck, Stonehenge oder mit Hilfe der Himmelsscheibe gemacht und man bezeichnet diese Bauwerke deshalb auch als Horizontobservatorium.
Wenn alles klappt, möchte ich gerne mit euch ein solches Horizontobservatorium im ASL nachbauen. Die prähistorischen Anlagen entstanden über Jahrhunderte und die exakte Position der Steine und Palisaden konnte durch langjährige Beobachtungen ermittelt werden. So viel zeit haben wir nicht. Deswegen müssen wir errechnen, wie unsere Anlage auszusehen hat. Das ist eigentlich relativ leicht und man kann erstaunlich viel durch geschickte Überlegungen und Konstruktionen vereinfachen. Mathematisch braucht man dann nur noch etwas Geometrie und Trigonometrie, was ich euch ganz schnell beibringen kann.
So hoffe ich, dass wir am Ende der AG ein funktionierendes Horizontobservatorium haben und ihr eine ganze Menge Erfahrungen über den Lauf der Sonne und die Erkundung der Himmelsmechanik mit einfachsten, Jahrtausende alten aber auch heute noch für jeden ganz leicht nachvollziehbaren Mitteln mit nach hause nehmt.
Soweit die Prognose vor dem Camp! Bei der AG-Präsentation sah dann alles so aus:





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